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dschoene

Die Tour de Farce

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Ok, Kinners, vergessen wir mal für eine Minute, daß Radsport im Moment auf der Skala der gesellschaftlichen Akzeptanz ganz knapp hinter beidarmigem Freiluftonanieren steht und ignorieren wir für den Moment, daß grade ein durchgeknallter Texander ziemlich bösen explosiven Durchfall über den gesamten Sport hatte und dass der Typ, der's eigentlich hätte richten müssen, selbst bis zum Hals in der braunen Soße steht, es aber erst merkt, wenn er sich das nächste mal hinsetzt. Lassen wir das alles mal Kleinigkeiten sein, denn *Trommelwirbel*

Die ASO hat die Tour de France für's nächste Jahr präsentiert. Hallelujah!

Jetzt nehmen wir des Optimismus wegen mal an, daß der Radsport bis dahin noch nicht so weit gesunken ist, daß wir in ein zwielichtiges Motel einchecken müssen, weil Radsport nur noch mit FSK18 Einstufung auf dem kostenpflichtigen Pornokanal übertragen wird. Seien wir einfach optimistisch, daß es auch im nächsten Jahr die Tour auf Eurosport gibt.

Also dann schaun wer mal:

1. Das Profil

Heuer war die Tour ja auf Team Sky's Posterboy Wiggo Kotletti zugeschnitten, aber im nächsten Jahr wird wohl Froome den Leader geben, gesetzt den Fall daß er bis dahin noch keine chemischen Fehltritte beichten musste.
Die Zeitfahrer greifen nächstes Jahr galant in den warmen braunen Haufen. Es gibt zwar drei Zeitfahren, davon können aber zwei von jedem gewonnen werden, der bis dahin noch keine zweijährige Sperre kassiert hat.
Das erste ist ein Mannschaftszeitfahren und ist nur 25km lang, obwohl 'lang' hier eher unpassend ist. Zumindestens aber wird's nicht die Gesamtwertung versauen, wie das bei früheren Touren so üblich war.
Das zweite ist mit 33km gerade so eben lang genug, daß die Zeitfahrspezialisten favorisiert sind - Kotletti, Froome, Spartakus oder Tony Martin, so er es denn schafft bis dahin noch nicht vom Gaul gefallen zu sein...
Das dritte Zeitfahren ist der eigentlich Brecher. 32km lang mit 12km Anstieg. Schleck, Froome oder Contador sollten das Ding in der Tasche haben, so sie denn bis dahin noch nicht gesperrt sind. Muss man sich mal überlegen. Das könnte das erste Zeitfahren der Geschichte sein, bei dem sich Schleck nicht komplett zum Lallo macht.

'Schuldijung, ich glaub ich hab keine Idee was ich mir sont noch positives aus den Fingern lutschen könnte, also ändern wir das Programm und es gibt 'n RANT

Was zum Henker haben Prudhomme und seine Kumpanis geraucht, als sie den Kurs festgelegt haben
Da machen die alles richtig mit der Verkürzung der Zeitfahren und dann reissen alles, was sie aufgebaut haben, mit ihren fetten Ärschen wieder um. Warum ist das Mannschaftszeitfahren nicht die Eröffnungsetappe? Nächstes Jahr wird das Gelbe sofort an eine dieser Sprinterladies gehen, warscheinlich an das Pferdegebiß von der Insel, weil der als Einziger hirnamputiert genug ist, alle anderen Gegner einfach umzufahren, wie letztes Jahr bei der Tour de Suisse.
Die erste Tourwoche ist traditionell so aufregend, wie Synchronfarbtrocknungsbeobachtung, aber wenigstens hatte es bisher die Spannung, ob es eine der Sprinterladies schafft. genug Zeit zu holen, um für einen Tag in Gelb zu fahren, bevor es dann an jemanden ging der für gewöhnlich spätestens zwei Jahre später irgendwas beichten musste. Stattdessen sehen wir gleich von anfang an diesen Sprintmist: Ein paar Leute verschwenden ein Tag ihres Lebens im Wind vorneweg und am Ende sehen wir 7 oder 8 Sissies, die für die letztes 500 Meter tatsächlich mal was arbeiten müssen und dabei versuchen, sich gegenseitig noch eleganter umzunieten als am Tag zuvor. Super. Ich hör schon, wie das Adrenalin in meinen Ohren rauscht.

Und dann kommt das dritte Zeitfahren, das am Berg, am vorletzten Tag. Der ultimative Showdown zwischen den zwei verbliebenen, die noch nicht gesperrt oder von Floyd Landis beschuldigt worden sind. Denkste Puppe! Das hätte viel zuviel Sinn gemacht. Stattdessen isses mitten unter der Woche und danach kommen direkt drei monströse Bergankünfte. Monsieur Prudhomme. Wenn das Zeug legal ist, das Sie heut morgen inhaliert haben, dann schicken sie gefälligst was davon vorbei. Must echt der Hammer sein der Shit.
Mit einem Handschreich pisst Prudhomme sowohl den Zuschauern, als auch den Barrouderen in den Kaffee. Dem Zuschauer, weil alle das Bergzeitfahren nur mit dem halben Arsch fahren werden, um sich nicht vor den drei Bergankünften plattzumachen und den Barrouderen, weil die traditionellen hügeligen Etappen der letzten Woche ausfallen wegen is nich. Da wird wohl Jens Voigt, der 110-jährige V8-Bigblock aus Berlin im nächsten Jahr Röhre kiecken. Naja, Jens versuchst du's eben bei deiner 61. Tour 2014.

Fazit. Prudhomme hat 'n kompletten Ratsch anner Waffel.
Stichworte: radsport, rant, tour de france Stichworte bearbeiten
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Kommentare

  1. Avatar von Didi
    Brilliant wie immer

    Ich liebe das Frankeinreich mit seinen Strasse, Bergen, Leuten und abartigen Esswaren die überall dort feilgeboten werden, noch mehr liebe ich aber die TdF, nicht wegen der Protagonisten .... sondern allein der Inspiration .... wo geht es demnächst hin

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